Recap 2025 – Teil 3.2 Fazit aus meinen Buchreviews
Mit dem Jahresbeginn schließe ich meine Jahres-Recap-Serie 2025 ab. Ich blicke auf meine letzten sechs Buchreviews zurück. Wenn dir noch Lesestoff für das neue Jahr fehlt, kannst du dir direkt was aussuchen. Starten wir das neue Jahr!
Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr. Ich hoffe, du bist gut reingekommen und freust dich ebenfalls auf ein wildes Jahr 2026. Ich starte dieses Jahr mit dem Abschluss meines Rückblicks. Dies ist die Fortsetzung des Recaps 2025 – Teil 3.1: Fazit aus meinen Buchreviews und geht mit den Büchern sieben bis zwölf weiter. Hier nochmal die Links zu Teil 1: Erfolgreiche Gewohnheiten und zu Teil 2: Fehlgeschlagene Optimierungen.
7. Review „Narren des Zufalls“ von Nassim Nicholas Taleb
Wir alle hatten Stochastik in der Schule. Je nach Kompetenz der Lehrkräfte ist uns dieses Gebiet der Mathematik mehr oder weniger geläufig. Das Bewusstsein, dass wir Menschen absolut miserabel in der Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten sind, dass unser sogenannter Bias unsere Wahrnehmung komplett verzerrt und mit einer Prise medialer Irreführung die falschen Rückschlüsse gezogen werden – das hat uns niemand beigebracht.
Mit seinem Scharfsinn und seiner Wortgewandtheit bringt uns Nassim diese Themen nahe. Um ein Beispiel hervorzuheben: Er zeigt, dass Richtigkeit und Verständlichkeit von Argumenten gerne verwechselt werden. In Zeiten von Shorts, TikTok und Fake News kann man sich das nicht oft genug ins Bewusstsein rufen.
Ich habe noch etliche weitere Bücher von Nassim im Regal, weswegen ich nicht behaupten kann, dass dieses das Beste von ihm ist. Um die Welt und das eigene (falsche) Denken besser zu verstehen, ist dies eine klare Leseempfehlung.
8. Review „Make Time“ von Jake Knapp und John Zeratskey
Dieses Buch war ein absoluter Game-Changer. Um es vollständig zu durchdringen, habe ich nicht nur die Buchreview geschrieben, sondern auch in einer Podcastfolge darüber mit Maurice gesprochen. Die praktischen Ideen haben direkten Einfluss auf mein Leben gehabt.
Bereits in diesem Buch wurde das Thema behandelt, das ich in späteren Büchern gezielt zum Schwerpunkt gewählt habe: Aufmerksamkeit. Und in diesem Fall der geduldete Diebstahl derselben. Wenn dir deine Lebenszeit etwas bedeutet, lies dieses Buch!
9. Review „So good they can't ignore you“ von Cal Newport
„Mach dein Hobby zum Beruf“ – Wer hat das noch nicht gehört? Rückblickend bereitet mir Programmieren viel Freude, nur war es niemals mein Hobby. Wenn ich eine Leistungssportkarriere angestrebt hätte, wäre eines meiner Hobbys vielleicht geeignet gewesen, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Dass Newport mit diesem Leidenschafts-Mythos aufräumt, ist ein wahrer Segen. Mir hat es rückblickend geholfen, einige Dinge besser einzuordnen. Ansonsten ist nur eine Frage aus dem Buch für mich übrig geblieben: Wie komme ich öfter aus der Komfortzone? Dafür muss ich jedoch kein ganzes Buch lesen. Ich bleibe beim Ergebnis meiner Buchrezension: Das Buch ist für Berufseinsteiger geeignet. Da war ich zu spät dran.
10. Review „Storyworthy“ von Matthew Dicks
Bei der Erinnerung an dieses Buch beginne ich direkt zu lächeln. Es war eine Freude, Matthews Geschichte zu lesen. Geblieben ist bei mir die „Story-Moments-Collection“, aus der ich meine Story der Woche entwickle. Ich bin sicherlich noch kein guter Geschichtenerzähler, doch mein Denken und Schreiben haben sich verändert, wenn nicht sogar verbessert. Viel wichtiger jedoch ist, dass sich mein Blick auf die täglichen Geschehnisse verändert hat.
Dank dieses Buchs schaffe ich es, in (fast) jedem Tag etwas Besonderes zu sehen. Die daraus resultierende Steigerung der Lebensfreude und der Erkenntnisgewinne ist erfrischend. Dem zugrunde liegt das Thema Aufmerksamkeit – für die kleinen Dinge, die kleinen Entwicklungsschritte, die kleinen und doch besonderen Momente.
11. Review "Rapt: Attention and the Focused Life" von Winifred Gallagher
Das Verständnis dafür, welche Auswirkung Aufmerksamkeit auf unser Leben hat, sollte so früh wie möglich erworben werden. Ob dieses Buch dazu alternativlos ist – ich denke, das trifft für die erste Hälfte zu.
Angesichts der Möglichkeiten, das eigene Leben durch Aufmerksamkeit zu lenken und aktiv zu gestalten, steht dieses Buch auf meiner Must-Read-Liste.
12. Review "Rework" von Jason Fried und David Heinemeier Hansson
Ich bin hin- und hergerissen von diesem Buch. In meinem Bullet-Journal sind sechs Seiten voller Denkanstöße. Gleichzeitig bleibt bei mir das Gefühl zurück, ein Abfallprodukt der Autoren gelesen zu haben. Statt 15 Seiten sind daraus 150 Seiten geworden, bei denen jeder Tipp eine große Zeichnung hat. Es bleibt also wenig Platz für den Inhalt.
Aus einem anderen Blickwinkel ist das Buch etwas, das ich selbst überlege zu schreiben: eine Sammlung von Erkenntnissen aus 20 Jahren (Software-)Entwicklung, geclusterter Themengebiete, die eigentlich wenig mit Software zu tun haben. Wenn du bisher wenige Metabücher (z. B. Führung, Soft Skills oder Kommunikation) gelesen hast, kann ich dir Rework empfehlen. Ansonsten lieber die Finger davonlassen oder Seite 44 (leider nicht 42) lesen:
Hab ein Warum im Sinn für das, was du tust. Damit hast du eine klare Position. Ohne zu wissen, woran du glaubst, wird alles zu einer Argumentation.
Fazit und Ausblick
Ich habe eines meiner wichtigen Ziele für 2025 erreicht: kontinuierlich zu lesen. Mein fester Vorsatz für dieses Jahr bleibt der gleiche, weil es mir so viele Impulse gebracht hat: weiterhin kontinuierlich zu lesen.
Zusätzlich habe ich einen zweiten Vorsatz – oder vielmehr ein neues Mindset –, an dem ich mich probiere: Dieses Jahr wird das Jahr der Experimente. Ich möchte regelmäßig – idealerweise jeden Monat – ein Produkt lancieren. Von der App über den Service zu den physischen Produkten. Alles ist möglich, alles ist denkbar. Falls dir der Gedanke gefällt, kann ich dir dieses Podcast-Video mit dem Serienunternehmer Chris Koerner empfehlen.
In diesem Sinne einen guten und gesunden Start ins neue Jahr!