Review "Inspired"
Gerade „Inspired“ von Marty Cagan gelesen – ein Klassiker im Produktmanagement! Und es ist mehr als nur Methoden: ein Leitfaden für Teams, die echte Kundenprobleme lösen, statt nur Features auszuliefern.
Cagan fordert uns heraus, visionär zu denken, cross-funktionale Verantwortung zu übernehmen und Output vor Outcome zu stellen. Klar, nicht alles ist 1:1 übertragbar, aber die Denkmodelle sind Gold wert.
Aus meiner Sicht eine Empfehlung für Produktmanager:innen, Teamleads und alle, die digitale Produkte mit echter Wirkung bauen wollen. Schauen wir mal rein.
Über den Autor
Marty Cagan ist eine der profiliertesten Stimmen im Produktmanagement. Als früherer Leiter von Produktorganisationen bei eBay, Netscape und Hewlett-Packard sowie Mitgründer der Silicon Valley Product Group (SVPG) bringt er jahrzehntelange Erfahrung aus der Tech-Praxis mit – und genau diese „echte Welt“ spürt man in jedem Kapitel.
Worum geht es im Buch?
Inspired ist kein typischer Methodenleitfaden, sondern ein Grundkurs für modernes Produktmanagement: Wie baust du Teams, Prozesse und Kulturen auf, die wirklich Produkte entwickeln, die Kunden lieben? Cagan zeigt, wie erfolgreiche Tech-Firmen denken und handeln – mit Fokus auf Vision, Teamautonomie, kontinuierlicher Entdeckung und echter Kundenorientierung.
Für mich als Entwickler ist dieser Input besonders spannend. Bisher habe ich die Herausforderung stets in der durchdachten Architektur, der verlässlichen Auslieferung und der Codequalität gesehen. Das gesamte Buch gibt mir einen tiefen Einblick in die Sichtweise eines wichtigen Mitglieds im agilen Team: des Produktmanagers. Das erleichtert mir künftig die Zusammenarbeit und hat meine Wertschätzung für dessen Arbeit in ganz neue Dimensionen gehoben.
Was ist daran toll?
Cagan verknüpft Idealismus mit Pragmatismus: Er fordert „Weg von Feature-Listen hin zu echten Problemlösungen“ und „Weg von isolierten Silos hin zu empowered Teams“. Alles mit dem Ziel, Produkte mit echtem Kundennutzen zu schaffen. Seine Betonung auf Vision, Outcome-Orientierung und echte Teamverantwortung ist inspirierend und oft „einfach klar“.
Beim Lesen hat sich für mich ein wichtiger Blickwinkel auf das Thema Agilität ergeben. Ich als Entwickler darf nicht nur auf Continuous Delivery schauen. Mit Fokus auf Kundenprobleme ist Continuous Discovery ebenfalls ein wichtiger Baustein. Festgehalten habe ich diesen Erkenntnisgewinn in einer Story der Woche. Im Entwickleralltag kann ich meinen Kunden und den Teams, in denen ich aktiv bin, helfen, aus der Roadmap-Feature-Hölle herauszukommen.
Was nervt daran?
Gerade weil Cagan hohe Ansprüche stellt, wirkt das Buch mit all seinen Möglichkeiten erschlagend und überwältigend. Ich habe mich über ein Jahrzehnt als agilen Evangelisten betrachtet und musste genervt und frustriert feststellen: Es gibt noch mehr, was ich bisher nicht gesehen habe. Für diese „nervige“ Erkenntnis bin ich Cagan dankbar. Ansonsten hat mich an seinem Werk nichts weiter gestört.
Das beste Zitat
Fall in love with the problem, not the solution.
Das Zitat bringt in einem Satz auf den Punkt, woran viele Produkte scheitern. Es verschiebt den Fokus radikal: weg von Ideen, Features und vermeintlich genialen Lösungen – hin zu echtem Verständnis des zugrunde liegenden Problems.
Das Zitat ist deshalb so stark, weil es unbequem ist. Es zwingt dazu, Annahmen loszulassen, Fragen zu stellen und das Lernen höher zu bewerten als die Umsetzungsgeschwindigkeit. Genau diese Haltung unterscheidet gute Produktteams von wirklich wirksamen.
Was habe ich gelernt?
Dass Produktentwicklung mehr ist als Liefergeschwindigkeit: Es geht um echtes Lernen, um enge Zusammenarbeit zwischen Business, Design und Technik und um Teams, die nicht nur Umsetzer, sondern auch Problemlöser sind. Der Fokus auf Outcome statt Output hat meine Sicht auf Roadmaps und die Prioritätensetzung nachhaltig verändert.
Die Verbindung zwischen dem oben genannten Zitat und dem Aspekt, dass Product Discovery so wichtig ist wie Product Delivery, hat mir die Augen dafür geöffnet, wie ich mich als versierter Entwickler weiterentwickeln kann. Ein besseres Geschenk kann ein Buch gar nicht machen.
Warum sollte jede:r das Buch lesen?
Weil Inspired Grundannahmen hinterfragt, die in vielen Unternehmen als selbstverständlich gelten: Was ist ein Produkt? Wer trifft Entscheidungen? Wie messen wir Erfolg? Für alle, die in Produktteams arbeiten, aber auch für Führungskräfte, die Produktkultur gestalten möchten, ist dieses Buch ein wertvoller Kompass.
Um es nochmals zu betonen: Das Buch ist nicht nur für Produktmanager:innen empfehlenswert, sondern auch für Entwickler:innen. Der Perspektivwechsel, inklusive der vielen Hilfsmittel und Methoden, ermöglicht einen großen Schritt in Richtung verbesserter Teamfähigkeit aufgrund des gewonnenen Verständnisses und der daraus resultierenden Wertschätzung.
Was ist deine größte Herausforderung im Produktmanagement? Schreib es in die Kommentare oder
Lass uns gemeinsam reflektieren, wie Inspired dir dabei helfen kann!