Review "Zero to One"

Ein fragwürdiger Autor gibt in seinem Buch Hilfestellung für innovative Gründer:in, die nicht Vorhandenes kopieren, sondern Neues schaffen wollen.

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Über den Autor

Peter Thiel ist eine umstrittene Figur im öffentlichen Diskurs. Einige Menschen sehen ihn als visionären und innovativen Unternehmer, während andere ihn als Kontroversen und reaktionsschnell wahrnehmen. Besonders negativ stechen seine Aussagen über Rassismus und die Unterstützung von Putin hervor.

Peter Thiel ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Rechtsanwalt und Politiker. Er wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren und studierte an der Stanford University Jura. Nach dem Studium gründete er die Firmen Palantir Technologies und Founders Fund, bei denen er als CEO tätig ist. Thiel war auch Mitbegründer von PayPal und verkaufte es später an eBay für 1,5 Milliarden US-Dollar.

Worum es in dem Buch geht?

"Zero to One: Wie Innovation unsere Gesellschaft rettet" beschreibt Thiels Sicht darauf, welche Rolle Innovation spielt. Dabei streift er Themen wie Wettbewerb und Monopolisten, kritisiert die Ansätze des Bildungswesens, zu wenig auf individuelle Stärken Einzelner einzugehen, definiert notwendige Rahmenbedingungen für erfolgreiche Start-ups und betont die Relevanz des Vertriebs als Schlüsselfunktion.

Was ist daran toll?

Mit Blick auf meine eigenen Start-up-Erfahrungen kann ich die Relevanz von Thiels Punkten nur unterstreichen. Gründer:in benötigen eine gemeinsame Vorgeschichte. Sie müssen sich auf eine gemeinsame Wertebasis einigen und als Kultur im Unternehmen leben. Und bei aller Innovation und guten Absichten braucht es den Vertrieb – den ohne ist das beste Produkt wertlos.

Die sieben Fragen ab Seite 152 sind gute Leitplanken für die Anfangsphase. Genauso die Tipps bei der Suche nach Mitarbeitenden geleitet von der Frage auf Seite 119, warum der x-te Mitarbeiter ausgerechnet hier und nicht bei einer anderen Firma mit mehr Prestige und mehr Geld anfangen sollte?

Was daran nervt?

Die Glorifizierung seiner PayPal-Truppe und das Hervorheben von Elon Musk widert mich zu Zeiten der aktuellen Trump-Regierung und seiner Tech-Bros an. Ich bezweifle, dass Musk damals weniger fremdenfeindlich war. In Verbindung mit Peter Thiels Betonung einer gemeinsamen Vorgeschichte und Wertebasis von Start-up-Gründern zeichnet sich für mich ein entsprechend schlechtes Bild über den Autor.

Das beste Zitat

In seinem Schlusswort betont Thiel eine wichtige Eigenschaft, die wir durch soziale Medien und Verrohung verlernt haben:

Nur wenn wir unsere Welt mit neuen Augen sehen und wieder staunen lernen wie die ersten Menschen, können wir sie neu erschaffen und für die Zukunft erhalten.

Mit einem frischen und vorurteilsfreien Blick auf die Welt kann etwas bewegt werden. Deswegen ist es so wichtig, unsere Jugendlichen ernst zu nehmen und gleichzeitig im digitalen Chaos zu leiten. Nichts schadet eine:n Heranwachsende:n in der Selbstwahrnehmung so sehr, wie die ständige Kritik und der Hass in den sozialen Medien.

Warum jede:r Gründer:in das Buch lesen sollte

Wie oben bereits angedeutet, enthält das Buch einige Fragen, deren Beantwortungen schon in der sehr frühen Gründungsphase notwendig sind und später stetig erneut aufgeworfen werden sollten. Zusätzlich erklärt Thiel Mechanismen und Zusammenhänge von Wettbewerb, Monopolisten und Geheimnissen.

Insgesamt bietet das Buch einen vielseitigen Einblick auf die Themen Start-up und Innovation. Es klärt schlüssig, worauf es bei der Gründung ankommt und welche Aspekte Relevanz haben. Der Fokus liegt auf dem nächsten Unicorn, dem großen (Innovations-)Sprung von 0 auf 1, jedoch kann der/die geneigte Leser:in auch Rückschlüsse für kleinere Unternehmungen ziehen.

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